23 Oktober, 2008
Erfolgreiche Schlüsselloch-OP mittels innovativer 3D-Ultraschalltechnik
Als erster Kardiologe in Europa führte Professor Dr. med. Andreas Franke bereits 2007 an im Universitätsklinikum Aachen minimalinvasive Herzkatheter Eingriffe unter Live 3D-Ultraschall-Kontrolle durch. In diesem Jahr konnte er diese neue Methode erstmals im KRH Klinikum Siloah in Hannover etablieren. Seit den ersten klinischen Einsätzen dieser innovativen bildgebenden Technologie stellte sich heraus, dass die Ultraschall-Schlucksonde wichtige zusätzliche Bildinformationen liefert, die maßgeblich zur schnellen, reibungslosen Durchführung von Operationen beitragen. Heute werden inzwischen regelmäßig Patienten mit angeborenen Herzfehlern minimalinvasiv – also durchs Schlüsselloch – unter Live 3D-Ultraschall-Kontrolle operiert, und es ist zu erwarten, dass sich das Einsatzspektrum mit zunehmender Anwendungsroutine in naher Zukunft noch deutlich ausweiten lässt.
Der Verschluss eines Lochs in der Herzscheidewand wird bereits seit Mitte der 90er Jahre zusätzlich zur Herzkatheter-Bildgebung durch die sogenannte transoesophageale Echokardiographie unterstützt. Hierbei wird eine Ultraschall-Schlucksonde in die Speiseröhre (Oesophagus) geschoben. Sie schallt von dort aus das Herz, ohne dass die Bildqualität durch Luft aus der Lunge, Rippenknochen oder Fettgewebe beeinträchtigt wird. Die daraus entstehenden 2D-Schnitt-Bilder musste in der Vergangenheit der Anwender gewissermaßen durch Erfahrung selbst im Kopf zusammensetzen, um die anatomische und räumliche Situation im Operationsgebiet einschätzen zu können.
Philips hat nun durch die Entwicklung einer Schlucksonde, die das schlagende Herz dreidimensional und vor allem in Echtzeit darstellt, maßgeblich zur weiteren Verbesserung dieser Operationsmethode beigetragen.
„Die Informationen aus der Live 3D-Bildgebung sind viel schneller und einfacher zu interpretieren“, berichtet Prof. Franke. „Wenn die herkömmliche 2D-Schnitt-Bildgebung auf ein spezifisches Problem hinweist, so liefert die 3D-Funktion die komplette räumliche Situation auf einen einzigen Blick. Der Operateur gewinnt so wesentlich an Sicherheit während des Eingriffs.“
Das Zusammenspiel zweier bildgebender Verfahren, wie Ultraschall und Röntgen, ist bei komplexen Eingriffen dieser Art besonders wichtig. Die Röntgendurchleuchtung während der Herzkatheteruntersuchung ist maßgeblich für die richtige Navigation zum Herzen hin. Doch während der Behandlung am Herzen ist der Operateur auf zusätzliche Informationen angewiesen, da auf den Röntgenbildern wichtige Details, wie z.B. der eigentliche Defekt gar nicht zu erkennen sind. Dadurch, dass mit den 3D-Bildern vom schlagenden Herz die Situation vor Ort viel schneller eingeschätzt werden kann, ergibt sich noch ein weiterer Vorteil – die Belastung des Patienten und des OP-Personals durch Röntgenstrahlen kann deutlich reduziert werden, darauf weisen erste Ergebnisse vergleichender Studien bereits hin. Und die Behandlungszeit selbst verkürzt sich ebenfalls.
Auch der Blick in die Zukunft ist vielversprechend. „Mit der Weiterentwicklung der Transoesophagealen Live 3D-Echokardiographie kann diese Technik bald das Rückgrat vieler minimalinvasiver Eingriffe am Herzen werden“, gibt Professor Franke einen Ausblick. „Zukünftig wird man so mehr und mehr um aufwändige Operationen am offenen Herzen herum kommen.“
Michael Tessnow, Philips Sales Direktor Ultraschall für Norddeutschland, erkennt durch die Entwicklung neue Chancen. „Wir beobachten einen Trend, dass der Live 3D-Ultraschall sich immer weiter weg bewegt von der reinen Diagnose hin zur Therapie und ein maßgeblicher Bestandteil einer Operation wird“, so Tessnow. Diese Entwicklung zeichnet sich auch bei anderen bildgebenden Systemen ab, die in der interventionellen Radiologie und bei Operationen eingesetzt werden. Der Patient wird geschont, die Liegezeiten im Krankenhaus verkürzen sich und dadurch wird auch die finanzielle Belastung für das Gesundheitssystem reduziert.
Weitere Informationen:
Annette Halstrick
Philips Healthcare
Tel: 040/ 5078-2993
Mail: annette.halstrick@philips.com
Royal Philips Electronics mit Hauptsitz in den Niederlanden ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Healthcare, Lighting und Consumer Lifestyle. Das Markenversprechen "sense and simplicity" verdeutlicht den Anspruch des Konzerns, Produkte, Dienstleistungen und Lösungen zu liefern, die auf die Bedürfnisse der Konsumenten zugeschnitten sind. Philips beschäftigt 134.200 Mitarbeiter in über 60 Ländern und erzielte 2007 einen Umsatz von 27 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist weltweit marktführend bei diagnostischer Bildgebung, Patientenüberwachungssystemen, energieeffizienten Beleuchtungslösungen und Lifestyle Produkten. Die deutsche Philips GmbH mit Sitz in Hamburg beschäftigt rund 6.900 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von 3,43 Milliarden Euro. Mehr über Philips im Internet: www.philips.de
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